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Autorin

Erja L. Längauer, Gymnasiastin

Themen

Gleichstellung, Frauen, Arbeitswelt

Keine Frage des Geschlechtes

Ein Gastbeitrag von Erja L. Längauer, 17-jährige Sekundanerin aus dem Gymnasium Neufeld, die will, dass das Geschlecht nichts darüber aussagt, wer man sein kann.

«FeministIn: Die Person, die an die politische, soziale und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter glaubt.» Dies ist die Definition von Feminismus, die Beyoncé Knowles 2014 formuliert hat. Doch wird dieser Satz von so vielen Menschen ignoriert und schlecht gemacht. Als wären Frauen nicht dasselbe wert wie Männer. Warum sollten Männer also mehr verdienen? Was leisten die Frauen wirklich? Und wie erlebe ich diese Geschlechterungleichheit alltäglich?

Gleichberechtigung bei der Arbeit und im Alltag

«Frauen machen Ferien während ihres Mutterschaftsurlaubs», «Frauen arbeiten viel weniger in ihrem ganzen Leben als die Männer». Es ist wichtig zu verstehen, dass Mütter in ihrem Mutterschaftsurlaub keine Pause von Arbeit nehmen können. Ein Kind erziehen, füttern, jede Nacht aufstehen, um es zu beruhigen, ihm ein sicheres und glückliches Umfeld schaffen… die Liste ist endlos. Frauen zerreissen sich buchstäblich den Körper, um ein Kind zu gebären, Ferien stelle ich mir anders vor.

Über ihr ganzes Leben gesehen, verbringen Frauen in der Schweiz tatsächlich weniger Zeit in einem bezahlten Job, nicht nur aufgrund des Pensionsalters, welches sich von jenem der Männer unterscheidet. Ist dies jedoch wirklich ein Grund, dass Frauen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen?

Das Thema Gleichberechtigung breitet sich nicht nur in der Welt der Arbeitenden aus, es ist etwas, mit dem Sie und ich tagtäglich konfrontiert werden. Hatten Sie als Frau schon einmal Angst, etwas auszusprechen, das die meisten Männer ohne zu zögern sagen würden? Die Schauspielerin Jennifer Lawrence war beispielsweise schon einmal in solch einer Situation: «Ich habe schlecht verhandelt. Ich habe Angst, als schwierig und verwöhnt zu gelten. Männer brauchen diese Angst nicht zu haben.» So spricht sie über ihre Arbeit im Film «Die Tribute von Panem», in welchem sie die Hauptrolle spielte und trotzdem schlechter bezahlt wurde als ihre männlichen Co-Stars. Die Geschlechterungleichheit hat sie stark beeinflusst.

Gleichberechtigung in der Schule

Auch in den Klassenzimmern sind es die Knaben, die sich trauen, dem Lehrer dazwischen zu sprechen, während die Mädchen still am Rande hocken und sich davon fürchten, einen Kommentar abzugeben. Dabei besteht nämlich das Risiko, als arrogant und rücksichtslos bezeichnet zu werden, vom männlichen und weiblichen Geschlecht. Jedoch ist es auch umgekehrt so. Männer fürchten sich in gewissen Situationen, etwas zu tun, das sie als weniger männlich präsentieren könnte. Ich bin sicher, Ihnen fällt mindestens eine Situation ein, in der Sie dies schon erleben mussten. Ich will damit klarstellen, dass Feminismus nicht als Synonym für Hass gegen Männer gebraucht werden sollte, sondern dass beide Geschlechter von vorgefertigten Rollenbildern betroffen sind, und beide Geschlechter verdienen es, sich frei ausleben zu können.

Ich erlebe dies jeden Tag. In der Schule, zu Hause, egal wo. Beispielsweise hat es mich meine ganze Kindheit durch gestört, dass ich meinen Vater weniger sehen konnte, weil er die ganze Woche arbeiten musste. Im Gymnasium werde ich, so wie andere Mädchen, sofort von manchen Mitschülern als unwichtig abgestempelt, bis sie uns für Testvorbereitungen oder Hausaufgaben benötigen. Danach sind wir wieder uninteressant. Jede solche Situation sorgt dafür, dass ich mich als Mädchen schlecht fühlen muss.

Sind wir bereits am Ziel?

Sind Frauen also weniger wert als Männer? Nein. Frauen verdienen es, genau wie Männer behandelt zu werden. Jedoch kann kein Land auf der Welt sagen, man hätte es geschafft, Geschlechtergleichheit durchzusetzen. Ich will mich dafür einsetzen, dass jeder Mensch gleich behandelt wird. Wir alle verdienen schliesslich das Gleiche: unser Glück zu finden.

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