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Autor

Oliver Wimmer

Bilder wie diese

Werden es Bilder wie diese sein, mit denen die Menschheit den Sieg über das Corona-Virus feiert? Oder werden wir es genauso still zur Kenntnis nehmen wie das Sterben auf den Intensiv- und Pflegestationen? Vor allem aber, was haben wir als Gesellschaft aus der Pandemie gelernt und wie bereiten wir uns auf künftige Krisen vor?

Der Sieg über das Virus wird ein Grund zum Feiern sein. Auch wenn noch längst nicht die Zeit für Entwarnung ist, wie ein Blick in die Spitäler und in Länder, in denen täglich Hunderttausende ohne Chance auf angemessene Behandlung erkranken, zeigt, sollten wir uns fragen, was von dieser Zeit bleibt. Werden wir gebührend feiern, wenn die weltweite Inzidenzrate dank Disziplin und Impfstoffen unter einen Wert von – sagen wir – 50 fällt? Wenn keine oder wenigstens kaum noch Corona-bedingte Todesfälle zu beklagen sind, weil nicht nur geimpft, sondern auch therapiert werden kann? Werden wir das mit den ersehnten, dann wieder legalen Partys und spontanen Versammlungen tun? Oder eher in stiller Andacht an die viel zu vielen Opfer der Pandemie? Oder wird es uns nur eine unscheinbare Nachricht wert sein wie so vieles, das sich nach grosser Aufregung ganz leise aus dem öffentlichen Bewusstsein davonschleicht?

Schon jetzt haben wir neue Wörter gelernt (Inzidenz, Vakzin, Impfangebot) und wie schnell sich – gutgemeinte – Gesten abnützen, wenn keine Taten folgen; und wir haben gelernt, auf wen im Fall der Fälle Verlass ist und dass weder Politik noch Wissenschaft auf alles Antworten haben (ok, das hatten wir mindestens schon vermutet).

Meine persönliche Hitliste neuer Einsichten: dass wir die Leistungen des medizinischen und pflegenden Personals gar nicht hoch genug wertschätzen können (und das nicht nur in einer Pandemie), dass Reisen an exotische Orte zwar schön sind, das noch Schönere aber häufig viel näher liegt und auch noch umwelt- und nervenschonender erreichbar ist, dass Homeoffice zwar viele Vorteile hat, auf Dauer aber nervt, und dass (Pandemie-)Pläne nutzlos sind, wenn sie nicht konsequent umgesetzt werden.

 

Learning by doing. Really?

Man muss also fragen, wie wir uns auf die nächste Krise vorbereiten werden – zumal eine Influenza(!)-Pandemie gemäss nationaler Risikoanalyse nur an zweiter Stelle als Ergebnis aus Schadensausmass und Eintrittswahrscheinlichkeit steht (dabei hat es die Pandemie noch nicht mal in die Top 10 der wahrscheinlichsten Ereignisse geschafft). Was passiert wirklich im Fall eines anhaltenden Blackouts? Was ist zu tun, wenn nicht nur der Fernseher verstummt, das Licht ausgeht, der Kühlschrank nicht mehr brummt – sondern auch das Handy keinen Pieps von sich gibt, das Internet nicht antwortet, der Bancomat kein Geld ausspuckt, Lebensmittelgeschäfte nicht öffnen, Züge nicht fahren und Autos (auch mit Benzin und Diesel) nicht betankt werden können? Hat irgendjemand von uns entsprechende Instruktionen erhalten? Wenn nicht, wie kommen die ohne Radio, Fernsehen, Internet, Handy zu den Menschen? Sollen wir das auch erst dann lösen, wenn wir mitten im Chaos stecken? Aber Achtung: Diese Situation ist keine Entwicklung über mehrere Wochen wie die Verbreitung eines Virus`, sondern tritt in kürzester Zeit ein.

Es stellen sich also weitere drängende Fragen: Wie robust ist unser Energiesystem? Wie konsequent schützen wir das System gegen Angriffe? Wie (schnell) schaffen wir es, weg von einem verletzlichen System mit wenigen Grosskraftwerken hin zu dezentralen Strukturen mit vielen kleineren Anlagen, die unabhängig voneinander weiterfunktionieren?

 

Die nächste Krise wartet schon – und ist schon da!

Jede Krise – ob sie nur einzelne (Unternehmen), ein Land oder die Weltbevölkerung betrifft – wird den Verantwortlichen einen kühlen Kopf, entschlossenes Handeln und die Bereitschaft, unter Zeitdruck Entscheide zu korrigieren und zugleich das Vertrauen der Betroffenen zu erhalten, abverlangen.

Wie wir heute wissen, war die Vorbereitung auf die Corona-Pandemie eher dürftig. Auch wissen wir, dass manche Köpfe zwischen der ersten, der zweiten und der dritten Welle sogar zu kühl waren. Aber wenn wir schon nicht in der Lage sind, uns auf ein Szenario, das eine so hohe Wahrscheinlichkeit und vor allem unmittelbare Erfahrungswerte hat, vorzubereiten, was tun wir dann erst mit anderen Szenarien. Es ist endlich Zeit, Krisenpläne verbindlich zu machen, diese unter den Akteuren abzustimmen, Prozesse zu autorisieren und einzuüben, bevor der Worst Case eintritt. Und wir müssen uns darauf verständigen, was ein Menschenleben wert ist, bevor wir – das heisst das Personal auf den überlasteten Intensivstationen – dies in einer Notsituation aus eigener Verantwortung und vor dem eigenen Gewissen entscheiden müssen.

Und an vielen Orten dieser Welt ist immer Krise: So sterben an Malaria jeden Tag über 1000 Menschen, meist Kinder. Ebenso in den vielen Hungergebieten dieser Welt. Dabei kann man gegen Malaria und Hunger schon lange etwas tun: wenigstens sich informieren und spenden. Auch das sollten wir aus der Krise, die dieses Mal nicht bis vor unsere Tür, sondern in unsere Wohn- und Arbeitszimmer gekommen ist, lernen. Und dann sollten wir feiern!

Weil aber niemand weiss, was auf uns wartet, empfehlen wir die Vorbereitung auch der Kommunikation auf Krisensituationen. Denn die letzten Monate haben gezeigt: Aus jeder Krise lernen wir. Und wer besser vorbereitet ist, kühlen Kopf bewahrt und entschlossen handelt, kann aus einer Krise gestärkt hervorgehen.

 

Mit Kommunikation durch die Krise

CRK bietet in allen Phasen des Krisenmanagements – von Chaos bis Win Back – Hand mit Strateg:innen, Konzepter:innen, Trainer:innen, Sparring-Partner:innen und externen Kapazitäten. Wir antizipieren Chaosszenarien, strukturieren und trainieren ausserordentliche Situationen, verstärken das interne Team in Krisenzeiten durch Spezialist:innen und Workpower. So beruhigen wir das Heute und bereiten das Morgen und Übermorgen vor, wenn andere noch voll mit dem Gestern beschäftigt sind.


Kontaktieren Sie uns – per Telefon oder per E-Mail an thomas.loehrer@cr-k.ch oder oliver.wimmer@cr-k.ch

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